7 Fehler, die Portrait-Foto-Einsteiger machen

7 Fehler, die Portrait-Fotografen machen

In diesem Beitrag nenne ich dir 7 Fehler, die viele Portrait-Fotografen (am Anfang) machen.

1.) Mangelnde Selbsteinschätzung

“Ich bin noch nicht gut genug!”

oder das Gegenteil

 “Ich kann das, bin voll der Checker, hatte schonmal ein Shooting!”

sind 2 der häufigsten Anfängerfehler. Die fehlende Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten. Bevor man sich an Models “heranwagt” sollte man schon gewisse Grundlagen der Fotografie verstanden haben und umsetzen können.

Mein Tipp: Hol dir den Rat von 3 Fotografen, die du auf dem gleichen oder höheren Wissens- und Erfolgsstand setzt als dich. Lass dir von ihnen Tipps geben, was du verbessern kannst und wo du schon sehr gute Ergebnisse erzielst. Es ist für dich als Anfänger schwierig ohne Erfahrung und Vergleiche mit anderen , deine Leistung genau einzuschätzen. Natürlich sollst du nicht nur das machen, was du schon kannst. Erstens würdest du dadurch “nur” deine aktuellen “Skills” (Fertigkeiten) optimieren und zweitens wirst du so deine Komfortzone verlassen und wachsen. Andersrum ist das natürlich auch wichtig: Überschätze dich nicht “gnadenlos”, damit tust du dir und besonders auch deinem Model keinen Gefallen, wenn die Bilder nicht entsprechend gut werden.

2.) Pralles Sonnenlicht

Meide pralle Sonne!

Licht ist das vielleicht wichtigste “Ding” das man als Fotograf nutzen kann. Unterschätze es nicht. Du musst nicht direkt mit dem Blitzen beginnen, es genügt auch, wenn du dir zum Beispiel eine Sache klar machst: Meide pralle Sonne. Ja, es gibt sehr sehr geile Bilder, die der Fotograf auf Malle um 12 Uhr Mittags aufgenommen hat. Aber für den Anfang meine klare Empfehlung: Meide pralle Sonne. Suche dir stattdessen schattige Plätze unter Bäumen, hinter Häusern oder fotografiere an Tagen, an denen der Himmel etwas bewölkt ist und nutze dadurch das diffuse Licht. Das bringt weichere Schatten und schmeichelt deinem Model. Hartes Sonnenlicht bringt harte Schatten und dadurch auch (oft) viel zu viel Kontrast ins Bild.

3.) Technikwahn

“Nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Mensch dahinter”

Was viele Anfänger überschätzen ist die Wichtigkeit der Kamera. Auch mit einer Einsteigerkamera kannst du sehr sehr gute Bilder machen. Du benötigst anfangs keine großen Blitz-Anlagen oder Traum-Objektive. Ich habe mal 5 Dinge aufgeschrieben, die dir als Einsteiger in die Portrait-Fotografie ausreichen sollten:

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  • Kamera mit manuellen Einstellungen (DSLR, Systemkamera, Bridge)
  • Objektiv (z. B. günstige 50mm Festbrennweiten mit offener Blende: Beispiele Canon / Nikon)
  • Aufsteckblitz (optional: Blitzstativ, Softbox, Funkauslöser für Canon / für Nikon )
  • Reflektor (z. B. 5in1)
  • Ersatzakku / Ersatzspeicherkarte

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4.) Schüchternheit / Fehlendes Entertainment

Sei Entertainer!

Als Portrait-Fotograf ist es kein Fehler, schüchtern zu sein. Auch der ruhigste Zeitgenosse kann die besten Bilder erstellen. Es erleichtert dein Leben aber ungemein, wenn du Menschen magst und mit Menschen gut klar kommst. Denn das fördert zum Einen, dass du viel leichter Menschen findest, die sich vor deine Kamera trauen und zum anderen macht das Shooting viel mehr Spaß. Gerade Anfänger-Models brauchen die Kommunikation mit dem Fotografen. Verstecke dich nicht hinter der Kamera und lass das Model einfach machen. Gib Anweisungen, was du dir vorstellst, erkläre deine Ideen, mach die ein oder andere Pose vor und du wirst merken, wie alles einfacher und entspannter wird.

5.) Keine Bildentwicklung

Das Bild muss schon perfekt aus der Kamera kommen.

Wenn das nicht der Fall ist, kann der Fotograf nicht fotografieren. Eine Fehleinschätzung, die schon manche harte Kritik in diversen Foren und Social Media Plattformen hervorgerufen hat. Wenn du die Möglichkeit hast, deine Bilder durch irgendeinen RAW-Konverter zu jagen, tu es bitte! Allgemein empfehle ich dir, deine Bilder in RAW zu erstellen. Entwickeln kannst du sie dann zum Beispiel in Adobe Camera RAW oder Lightroom. Kostenlose Programme findest du über die Suchmaschine deines Vertrauens mit dem Suchbegriff “RAW Konverter”. Mit dem RAW-Format hast du mehr Möglichkeiten, die Farben und Kontraste deines Bildes zu optimieren. JPG Bilder aus der Kamera sind schon komprimiert und es gehen dir viele Informationen verloren, mit denen du dein Bild optimieren kannst. Passe wenigstens den Schnitt an, setze den Horizont gerade und verschiebe die Helligkeits- und Kontrastregler bis es dir gefällt.

6.) zu viel Retusche

Verliere keine Poren!

Das krasse Gegenteil zu Nummer 5. In einigen Bereichen der Fotografie wird (anfangs) viel zu viel retuschiert bzw. bearbeitet. Wenn du deine Bilder weiter aufhübschen willst nach der RAW-Entwicklung eignen sich dazu unter anderem Photoshop, Serif PhotoPlus oder Gimp. Bei Portraits solltest du darauf achten, dass die Haut nicht zu weichgezeichnet wird. Schärfe lieber dein Bild etwas nach, entferne störende Hautunreinheiten / Flecken / Fussel und werte das Bild mit Dodge&Burn auf. Denk dran: Weniger ist manchmal mehr.

7.) Shooten ohne Vertrag

Vertrauen ist gut…

Es wird am Anfang häufig vernachlässigt, ignoriert oder sich darüber nicht schlau gemacht. Die Sache mit dem Vertrag. In Deutschland ist es so, dass man Menschen (erkennbar) nur nach deren ausdrücklicher Zustimmung fotografieren darf.

Wo kein Kläger, da kein Richter. Es kann also durchaus gut gehen, wenn ihr keinen Vertrag miteinander abschließt. Was macht du aber, wenn ihr etwas besprochen habt (Bilder dürfen nur nach der Bearbeitung des Fotografen veröffentlicht werden oder ähnliches) und sich das Model daran nicht hält? Oder wenn ihr während eines Shootings sowohl Portrait- als auch Dessous-Aufnahmen macht? Das Model stimmt der Veröffentlichung der Portraits ohne weiteres zu, den Dessous-Bildern aber nicht. Ohne Vertrag sind beide Seiten schlecht dran, keiner darf was mit den Bildern machen. Als Fotograf hast du das Urheberrecht, als Model die Persönlichkeitsrechte. Ohne beidseitige Zustimmung darf keiner von euch die Bilder veröffentlichen. Vorlagen gibt es im Netz, ich empfehle aber ggf. euren Anwalt zu befragen ob das rechtssicher ist. Ich kann und werde leider keine Rechtsberatung geben.

Das waren meine (ersten) 7 Fehler, die Portrait-Fotografie-Einsteiger machen. Hast du weitere? Oder willst du nochmal einen Blogbeitrag mit Einsteigerfehlern lesen? Dann kommentiere bitte den Beitrag, ich freue mich auf den Austausch mit dir!

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Liebe Grüße

Frank (reckordzeitstudio)

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5 Comments

  1. Die 5 Dinge der Einsteigertechnik würden mich schon interessieren, doch leider:
    Kein Facebook = Keine Info
    Ansonsten ist es ein toller Beitrag, voller Fehler, die mir alle noch bevorstehen!
    😉

    • reckordzeitstudio

      Jan. 15 2016 at 20:55

      Ok, dann für dich nochmal hier:
      5 Dinge, die einem Portrait-Fotografen zu Beginn reichen sollten:
      1. Kamera mit manuellen Einstellungen (DSLR, Systemkamera, Bridge)
      2. Objektiv (z. B. günstige 50mm Festbrennweiten mit offener Blende)
      3. Aufsteckblitz (optional: Blitzstativ, Softbox, Funkauslöser)
      4. Reflektor (z. B. 5in1)
      5. Ersatzakku / Ersatzspeicherkarte

      Für alle anderen, würde mich trotzdem freuen, wenn ihr den Beitrag irgendwo teilen würdet 😉

      • Check, für 1, 2, 4 und eine halbe 5! Während ich auf die 3 spare, habe ich den Link zum Beitrag mit einer handvoll Freunden “geteilt”. Besten Dank, für den prompten Antwortservice!

  2. Huhu 🙂

    Normal kann ich aus deinen Blogbeiträgen etwas für mich mit nehmen.
    Diesmal nicht… Das liegt vielleicht daran, dass ich mit mir selbst doch kritisch bin und mich schon sehr viel damit auseinander gesetzt habe. Ich möchte so gerne mal ein Model vor der Kamera haben, aber bisher kam noch nicht’s zu Stande.
    Das einzige was angefragt wurde, waren Hochzeiten. Ein großes Kompliment für mich. Jedoch lehne ich das ab. Ich habe kaum Erfahrung in der people Fotografie und die Hochzeit ist ein wichtiger Tag. Diesen möchte ich nicht “versauen”.

    Vielleicht hast du mal Zeit um meine Seite anzuschauen und mir ein Feedback geben.
    Bin auch in vielen Gruppen um zu lernen.

    Liebe grüße
    Julia

  3. Guter Beitrag, und vor allem absolut richtig, viele machen diese Fehler und auch ich vor vielen Jahren.
    übrigens gute Seite… weiter so!
    lg Klausi

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