7 Gründe für TfP-Shootings

7 Gründe warum TfP-Shootings eine tolle Sache sind

Hallo lieber Leser,

in diesem Beitrag beantworte ich gerne wieder eine Frage, die unter diesem Beitrag gestellt wurde. Die Frage lautet: Was ist der Sinn von TfP-Shootings?

Das ist eine spannende Frage, die ich nicht in nem kleinen Facebook-Beitrag beantworten wollte, sondern ihr einen recht ausführlichen Blogbeitrag widme. Ich hoffe, du siehst, was TfP* für mich bedeutet und dass es nicht nur “kostenlos” heißt sondern viel mehr dahinter steckt…

1. Tolle Bilder

Damit meine ich, dass sich Model und Fotograf, evtl auch ein/e Visagist/in treffen und – allseitig unentgeltlich tolle Bilder erstellen wollen. Entweder hat eine Partei das Thema vorgeschlagen oder es wurde gemeinsam entwickelt. Jedenfalls ist das Ziel, dass alle Beteiligten am Ende tolle Bilder fürs eigene Portfolio bekommen sollen. In der Regel wird im Vorfeld ein sog. TfP*-Vertrag (Model-Release) abgeschlossen, der alle Parteien absichert. Die Bilder dürfen dann nur zu bestimmten Verwendungszwecken genutzt werden. Unter anderem zur Erweiterung des “Books”, zur Veröffentlichung im Netz (Homepage, Blog, Facebook, Model-Kartei und Co) und als Referenzen für Bewerbungen bei Agenturen. Wenn du als Fotograf eine bestimmte Art Bilder kommerziell anbieten und deine Dienstleistung verkaufen möchtest, rate ich dir eine gewisse Anzahl “freier Arbeiten” (TfP) zu machen, um genau solche Bilder zu erstellen, die du längerfristig deinen Kunden anbieten möchtest.

2. Polaroids

Dein Model will durchstarten? Oder möchte sich bei Agenturen bewerben? Dann braucht es sogenannte Polaroids. Die Frage, die du dir stellen solltest, macht es für dich Sinn, sowas zu fotografieren? Was hast du von “langweiligem Licht”, “unspektakulären Outfits” und “keine Mimik/Gestik”? Ein Vorschlag wäre, wenn du Lust hast mit dem Model zu shooten, dass du ihm/ihr Polaroids erstellst und im Anschluss daran noch deine Ideen umsetzt. So wird der Shooting-Termin für beide Seiten effektiv genutzt. Selbst wenn ihr an dem Tag keine Zeit für mehr Bilder habt, das Model wird sich, wenn es zufrieden ist, mit der Bereitschaft an weiteren Shootings bei dir bedanken. Bleibt einfach ständig in Kontakt, dann könnt ihr beide profitieren.

3. Technik kennenlernen / testen

Nehmen wir an, du hast einen neuen Blitz, eine neue Kamera oder ein neues Objektiv, bzw. möchtest eins davon testen, weil du dir überlegst es anzuschaffen. Dann machst du ein TfP-Shooting. Das Model kommt zu dir ins Studio oder ihr geht in die Natur und fotografiert zusammen. Geshootet wird nach deinen Wünschen, da du das Objektiv (oder was auch immer) ausreizen möchtest und am Ende sicher sein kannst, dass du einen genauen Überblick über die Vor- und Nachteile bekommen hast. Das Ziel sind dann nicht die Bilder fürs Model sondern Referenzbilder der technischen “Neuerung”. Das Model sollte dennoch einige tolle Bilder bekommen für seine / ihre Zeit beim Shooting.

4. Fähigkeiten verbessern

Genauso wie du bei Nummer 3 Technik ausprobieren und testen kannst, kannst du durch TfP-Shootings auch deine Fähigkeiten in der allgemeinen Fotografie trainieren. Du kannst bei TfP-Shootings einfach mal neue Licht-Setups ausprobieren, dich mal mit Festbrennweiten versuchen anzufreunden oder sonst etwas zu lernen, was du ohne Models nur sehr schwer üben kannst. Abgesehen davon, dass Models zu shooten auch richtig viel Spaß macht. Ob es dir Spaß macht, weißt du erst, wenn du es probiert hast, warum also nicht TfP für dich nutzen 🙂

5. Outfits / Make-Up shooten

Ähnlich wie bei Punkt 3 geht es hier um das Shooten von Outfits und Make-Up. Wenn dein Model neue tolle Shooting-Kleider oder Accessoirs hat, kann das für dich eine tolle Chance sein, der erste zu sein, das Model mit diesem Outfit vor die Linse zu bekommen. Auch wenn sich ein/e Visagist/in an nem Make-Up deiner oder seiner/ihrer Wahl ausprobieren möchte, ist das unter Umständen eine tolle Möglichkeit für Referenzbilder. Das Model, der/die Visagist/in und du als Fotograf können im Team großartige Kunstwerke zaubern.

6. Kontakte knüpfen

Shootings als Networking-Event? Davon kann man nur bedingt sprechen, da bei den meisten Shootings im Amateur-Bereich selten mehr als 2 bis 3 Personen beteilig sind. Aber was spricht dagegen bei einem Shooting mit einem Model, das du bereits kennst und gerne mit ihm/ihr arbeitest, mal jemand drittes an Bord zu holen? Zum Beispiel einen (entfernt) bekannten Fotografen als Assistent, eine/n Visagist/in oder eine/n Designer/in? Wer weiß, welche Kooperationen daraus entstehen können? Immerhin kennen diese Leute auch wieder Leute und die auch… Wenn du aufgeschlossen bist, neue Leute kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen, sind das klasse Chancen! Und auch wenn man ein Shooting nicht als Networking-Event bezeichnen kann, dann kann man aber auch richtigen Networking-Events Models, Fotografen, Visagisten/Visagistinnen kennenlernen und wenn es sich ergibt auch direkt (kurz) shooten? Dann selbstverständlich auf TfP-Basis…

7. Just for Fun

Wer sagt denn, dass es beim Fotografieren immer nur um die Ergebnisse gehen muss? Was ist denn schon perfekt und warum sollte man sich bei seinem Hobby selbst unter Stress und Druck setzen? Ich habe schon öfters TfP-Shootings gemacht, bei denen wir vorab nur grob angerissen haben, um was es gehen sollte und dann haben wir “drauf los” geshootet. Und ich kann dir sagen, so ohne Plan aber dafür mit umso mehr Spaß können richtig tolle Ergebnisse entstehen. Die sind in dem Fall aber nur das i-Tüpfelchen, denn es kommt in dem Fall auf den Spaß, den man am Set hat, an. Und auf sonst nichts. Das ist ungemein befreiend. Probiere es einfach mal aus. Wenn du Bock zu shooten hast, frag ein Model, mit dem du dich richtig gut verstehst und dann klick rum was das Zeug hält 😉

Fazit

Das wichtigste bei TfP-Shootings ist der Spaß. Ich hoffe, ich konnte dir näher bringen, was TfP für mich bedeutet und warum ich es immer wieder gerne mache. Wenn du mit der Fotografie Geld verdienst, lassen die TfP-Shootings immer mehr nach. Das ist verständlich und ok. Aber verlier bitte nicht den Spaß an der Fotografie und gönn dir zwischen drin auch immer wieder solche – beidseitig unentgeltlichen – Shootings. Es wird deine Motivation aufrecht halten.

Was du nicht machen solltest, ist, dich ausnutzen zu lassen. Achte also immer darauf, was du entweder unmittelbar oder längerfristig davon hast. Dient das Shooting deiner Entwicklung, deinem Portfolio, tust du damit einem Freund, einer Freundin einen sehr großen Gefallen oder willst du einfach deinen Spaß und/oder tolle Bilder haben? Wenn nichts davon zutrifft, kannst du das Shooting auch guten Gewissens ablehnen oder – wenns rechtlich sauber ist – Geld verlangen.

Deine Meinung interessiert mich. Lass uns darüber sprechen, wie deine Meinung zu diesem Thema aussieht. Lässt du dich immer bezahlen? Machst du TfP-Shootings? Und wenn ja, was sind deine ausschlaggebenden Argumente dafür?

*TfP = Time for Pictures (alt. Time für Prints) > Das bedeutet, es fließt kein Geld zwischen Model und Fotograf. Beide Parteien investieren lediglich ihre Zeit um miteinander Bilder zu erstellen. Gerade im Hobby-Bereich und bei verschiedenen Tests ist das gängige Praxis.

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2 Comments

  1. Hi.

    Ich bin gerade voll am Anfang was People Shooting angeht und versuche mich gerade an TFP ran zu tasten was gar nicht so einfach ist.
    Viele wollen davor schon Referenzen sehen die oben auf sind.
    Aber ansonsten sehe ich das genau so wie du es sagtest.

    Lg Stefan

    • reckordzeitstudio

      Mrz. 23 2016 at 16:33

      Na dass es nicht immer einfach ist, ist klar 🙂
      Aber du musst auch nicht direkt mit fremden anfangen, sondern dir auch Referenzen in deinem direkten Umfeld holen…
      Wo du Models finden kannst, habe ich hier aufgeschrieben….

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