Spezialist oder Allrounder?

Hallo lieber Leser,

heute befassen wir uns mal damit, was wir sind und was wir sein wollen.

 

Meine Frage vorab an dich: Bist du Allrounder oder Spezialist?

Bei mir ist es eindeutig: Ich bin Portrait-Fotograf. Wenn es nicht so wäre,

würde ich einen allgemeinen Foto-Blog betreiben, auf dem ich jedes Thema rund um die Fotografie beschreiben oder erklären würde.

 

Warum habe ich mich spezialisiert?

Vor ein paar Jahren war ich noch Allrounder. Alles was mir vor die Linse kam wurde fotografiert. Die Ergebnisse waren ok aber nicht athemberaubend. Dann habe ich den Wunsch gehabt, Menschen zu fotografieren. Ich habe mir meine besten Freunde/Freundinnen geschnappt und sie gefragt, ob sie mal Bock hätten mit mir Bilder zu machen. Das war im Winter, damals lag noch Schnee. Rückblickend war das noch „Eiszeit“ 😉

Die Bilder wurden nicht schlecht, im Schnee mit 2 Mädels, die Schneemänner gebaut hatten oder ein Mädel, die sich mit einem Korsett und nem weiten schwarzen Rock in den Schnee gesetzt hat. Großartig, wir hatten einfach wahnsinnig viel Spaß.

Mich haben Bildschnitt, Perspektiven, Brennweiten etc nicht wirklich interessiert, meine Canon EOS 450D und mein KIT-Objektiv 18-55 haben das getan, was ich wollte – mir tolle Bilder zu liefern. Ich hatte immer mehr Portrait-Shootings, auch mit Models, die ich vorher nicht kannte. Über die Model-Kartei schrieb ich die Michi an und nachdem wir uns in Freiburg auf einen Kaffee getroffen hatte und die Ideen besprochen haben kamen wir ein paar Tage später zu einem Shooting zusammen. Sie brachte eine Freundin mit, die sie geschminkt und gestylt hat.

Das war mit die Geburtsstunde meiner großen Leidenschaft und Spezialisierung im Bereich „Portrait-Fotografie“.

 

Ob All-Rounder oder Spezialist auf einem Gebiet, nichts davon ist schlechter oder besser. Wenn du allerdings in einem Bereich richtig gut werden willst, solltest du dich spezialisieren. Nur so erlangst du die nötige Erfahrung und Routine. Warum sollte dich einer für ein Business-Shooting (angemessen) bezahlen, wenn du das nur „auch hin und wieder“ machst? Wenn du als Experte wahrgenommen werden möchtest, solltest du deinen potentiellen Kunden zeigen, was du für sie tun kannst.

 

Veröffentliche die Arbeiten, für die du gebucht werden möchtest, nicht die, die du eben schonmal gemacht hast, weil du Bock drauf hattest. Ein Rapper, der ein düsteres Portrait von sich haben möchte, bucht sicher keinen Fotografen, der auf seinem Portfolio (fast) nur romantische Pärchen-Bilder zeigt. Und umgekehrt 😉

 

Und wenn wir grad schon beim Portfolio sind – ist deins aktuell? Spiegelt es deinen heutigen Wissens- und Kenntnisstand wider? Wenn die Bilder von vor 2 Jahren überwiegen, solltest du es vielleicht mal wieder überarbeiten – denk dran, die Kunden suchen sich Spezialisten.

 

Allrounder haben andere Zielgruppen. Wenn du alles machen willst, bist du vielleicht in der Stock-Fotografie gut aufgeboben. Hier kannst du sowohl Personen, Objekte oder Natur-Bilder zeigen und veröffentlichen. Verlage oder Stock-Agenturen brauchen immer wieder Künstler, die jede Idee umsetzen können.

 

Um meine Frage vom Anfang nochmal aufzuwerfen, bist du Spezialist oder Allrounder? Schreibs mal in die Kommentare 🙂

Möchtest du dich im Bereich Portrait-Fotografie spezialisieren, hey, willkommen bei den Portrait-Fotografen. Über meinen Newsletter erhältst du wöchentliche Tipps zu diesem Thema. 😉

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Danke für dein Interesse und bis nächste Woche,

 

Gruß Frank

(reckordzeitstusio)

 

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4 Comments

  1. Moin Frank 🙂

    ich bin gerade dabei mich zu spezialisieren, wie man an der URL zu meiner Webseite sieht, strebe ich dahin die Musik sichtbar zu machen, ich bin also im Bereich Musikfotografie (Konzertfotografie) unterwegs. Das Gebiet ist fotografisch sehr eng gefasst und ich denke noch ein „Zwischenprodukt“ muss ich nebenbei noch anbieten, was liegt da nah? Nun, ich denke zu diesem Bereich gehört dann auch die Portraitfotografie von Musikern. Da ich aber in diesem Bereich nun gar keinen großen Plan habe, hoffe ich das ich bei Dir noch sehr viel Wissen abstauben kann 🙂

    Wenn alles klappt darf ich demnächst eine englischsprachige Webseite (Blog) ins deutsche übersetzen und dann auf meinen Blog veröffentlichen, dann werde ich zwar im Bereich Portraitfotografie aktiv kürzer treten, aber dieses ist ja nur für eine begrenzte Zeit, dann kann ich das Projekt „Portraitfotografie“ weiter angehen und ich aus deinem Wissensangebot profitieren 🙂

    Lieben Gruß aus Köln
    Markus

  2. Stille Wasser (Kerstin)

    Jan. 08 2016 at 16:43

    Du fragst „Spezialist oder Allrounder“ und meinst dabei die Fotografie. *nachdenklich* Eigentlich sollte ich wohl antworten: Nichts davon, denn meine – nicht allzuguten – Fotos sind nur ein Teil des Ganzen, was mein Hobby ist: Bilder machen im wohl weitesten Sinne.
    Und ich bin gerade dabei, eine neue Linie ganz behutsam umzusetzen. Nur ein Versuch vorerst: Bilder und Worte zu Geschichten zu verweben. Die Fotos dabei dokumentarisch einzusetzen aber auch zur Übermittlung von Eindrücken, Gefühlen. Ich weiss, das ist alles andere als leicht für mich und eigentlich hat es auch wenig mit deinem Spezialgebiet zu tun.
    🙂
    Trotzdem, ich lese hier gern mit… und es gefällt mir, was du alles so mitzuteilen und überhaupt zu teilen hast. Danke dafür und bitte, mach weiter!

  3. Hallo Frank,

    genau diese Frage ist/war eine der wichtigsten Fragen im Dezember letzten Jahres. Bisher war ich Allrounder und habe so ziemlich jeden „Foto-Job“ angenommen denn ich bekommen habe.

    Im Dezember habe ich mich dann entschlossen dass damit Schluss sein soll und habe mich auf „nur noch“ 3 Kategorien beschränkt. Das Portfolio wird dementsprechend die ersten 2-3 Monate dieses Jahr angepasst –> Daher auch viele frei Shootings wieder was auch den Spaß an der Fotografie wieder deutlich nach oben treiben wird.

    Wie ist das bei dir. „Nachdem“ du dich spezialisiert hast machst du doch sicherlich auch noch in anderen Bereichen Fotos, einfach um den „Hobbypart“ in der Fotografie weiter hoch zu halten?

    Gruß
    Chris

  4. Hi Frank,
    hast du auch einen Begriff für die, bei denen vieles miteinander verschmilzt? Durch meine Zeit als 3d-Designer und Bildbearbeiter (oder sagt man heute Bildcomposer?) bearbeite ich viele der Shootingfotos auch ganz anders. Dieses „einfache“ fertige Foto gibt es bei mir in dem Bereich fast gar nicht.
    Durch die Liebe zur Musik, kam die Konzertfotografie dazu, durch diese wiederum die (Film-)Setfotografie und die Fotografie auf Presseterminen, wobei alle drei zur Reportagefotografie gehören und die ersten beiden (Konzert und Set) auch einen gewissen Suchtfaktor beinhalten. Ist man einmal damit infiziert, kommt man nicht mehr los. Ich versuche das seit 2 Jahren, es geht aber nicht, weil ich es brauche, diese diese Atmosphäre, dieses Gefühl, teils wohl auch Lampenfieber, diese Spannung und dann der Moment wo es losgeht, man auf einmal funktioniert und sich z.B. beim Konzert in die Musik fallen lässt, sie aufsaugt und in Bildern festhält.

    Ich merke selbst aber auch immer mehr, dass ich stärker in die Richtung der Fotoshootings gehe. Wobei ich mich da auch weniger als spezieller Portraitfotograf sehe. Ich weiß nicht was ich da bin, weil ich es auch sehr liebe künstlerische Bilder entstehen zu lassen. Meine Kunden sollen sich so sehen können, wie sie es wollen und nicht unbedingt wie sie es sind. Nicht nur Kleider machen Leute, auch Fotos.

    Sich selbst zu finden in der Fotografie, ist schon schwer und seinen eigenen Stil zu finden, ist auch nicht gerade leicht. Ich finde aber auch, wenn man sich auf etwas festlegt, fährt man sich fest, man ist nicht mehr so offen für Neues. Diese Neugierde auf etwas Neues, sollte sich aber jeder Fotograf bewahren, denn auch wenn Fotos eine lange Lebensdauer haben, ein Stilrichtung oder eine Fotografierichtung können schnell mal Out sein.
    ABER: Wenn man merkt die Richtung liegt einem nicht, dann beim reinschnuppern belassen und nicht erst noch versuchen da besser zu werden.

    PS: Gut geschrieben Herr Kollege. 🙂
    Beste Grüße aus Berlin.

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