Warum Menschen fotografieren?

Hallo,

dieser Beitrag liegt mir sehr am Herzen. Ich habe nämlich vor ein paar Tagen etwas gelesen, dass mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Den Kommentar leite ich aber etwas ab. Die Aussage war „Warum wird immer überall jedem vermittelt, wie man Menschen (Models) fotografiert? Dazu wurde doch schon alles gesagt.

Ja. Kann sein. Die Frage ist aber nicht, warum schreibe ich darüber, sondern warum lesen es viele so gerne. Da muss doch an der Portrait-Fotografie irgendwas dran sein, das fasziniert, richtig?

Ich habe mir viele Gedanken gemacht und möchte dir 5 Punkte nennen, warum das Fotografieren von Menschen so ein spannender, inspirierender und herausfordernder Bereich ist.

Ich habe mir viele Gedanken gemacht und möchte dir 3 Punkte nennen, warum das Fotografieren von Menschen so ein spannender, inspirierender und herausfordernder Bereich ist.

1. Kommunikation

Bei der Portrait-Fotografie bist du kein Einzelkämpfer. Du erarbeitest dir deine Bilder und Ergebnisse mit mindestens einer weiteren Person. Du solltest daher keine Scheu vor Menschen haben. Aber wenn du kein Interesse an diesem Bereich hättest, würdest du diesen Beitrag auch nicht lesen 🙂

Du lernst beim Shooting und schon in der Vorbereitung jede Menge und kannst dadurch deine eigenen kommunikativen Fähigkeiten stetig ausbauen. Das nützt dir in jedem Bereich deines Lebens und du wirst merken, dass du von Shooting zu Shooting kommunikativer wirst bzw. wie du mit deinem Gegenüber umzugehen hast.

Zum Thema Models finden, anschreiben, Portfolio erweitern gibt’s übrigens ein kleines aber feines Hörbuch von mir.

2. Emotionen

Welche Art von Portraits willst du erstellen? Es gibt Fotografen, die emotionslose Passbilder erstellen, andere fotografieren eher Fashion-/Beauty-Portraits, bei denen es dann eher um das Make-Up und Styling geht. Und dann gibt es diejenigen, die mit ihren Bildern Emotionen vermitteln wollen. Da hat jedes Bild so eine Tiefe oder Frische (je nach Emotion), dass es ein Geschenk für den Betrachter ist, das Bild anschauen zu dürfen. Je nach Person und Thema können verschiedenste Emotionen umgesetzt werden. Das entscheidende ist, dass alle Punkte ineinander greifen. Die Mimik, das Licht, das Outfit, das Make-Up und Styling, der Bildaufbau und der Bildlook. Das Model bekommt die passende Mimik übrigens nicht dadurch, dass du sagst „sei / schau mal traurig“ sondern eher dadurch, dass du das Model gedanklich (ggf. auch durch Musik oder Bilder) dazu bringst, diese Emotion direkt zu empfinden.

Bei traurigeren Bildern wirkt ein bläulicherer Farblook besser, bei etwas hoffnungsvoller gestalteten Bildern unterstreichen warme Farben das Ganze. Zum Thema Bildlooks etc. gibt es bald mehr.

3. Freude und Freunde

Model-Fotografie klingt oft so steril. So distanziert. So nach Arbeit. Aber das schöne ist, dass jeder Mensch automatisch „Model“ sein kann. Wenn du dich mit der Portrait-Fotografie beschäftigst und diesem Hobby nachgehst oder zukünftig nachgehen willst, dann kannst du deinen Freunden und deiner Familie riesen große Gefallen tun. Viele möchten gerne schöne Bilder von sich haben, die Probleme sind meist aber, dass sie kein Geld für einen Fotografen ausgeben wollen, keine Notwendigkeit dafür sehen und auch nicht das Vertrauen zu einem Fotografen haben, den sie nicht kennen. Hier ist deine Chance als (angehender?) Portrait-Fotograf: Leiste deiner Umwelt einen großen Dienst und fülle die Welt mit tollen Bildern 🙂 Und wenn jemand nicht will, versuche ihn / sie zu überzeugen und falls das alles nicht hin haut, dann schnapp dir ein anderes „Model“

4. Kreativität

Du glaubst gar nicht, wie unglaublich kreativ du im Bereich von Portraits werden kannst. Jede Bildidee, in der eine Person eine Rolle spielt, kannst du fotografisch umsetzen. Es kann sein, dass du dazu weiter weg gehen musst, einige Zeit in die Vorbereitungen, Recherchen oder Photoshop stecken musst, aber prinzipiell ist da enorm viel Freiraum für deine Kreativität.

5. Lebenslanges Lernen

Du bildest dich gerne weiter? Dann werde Portrait-Fotograf 😉 Der Pool an Wissen, an Neuigkeiten, an Inspirationen ist unerschöpflich. So kannst du dich immer wieder auf bestimmtes Thema fokussieren um besser zu werden. Das kann der Umgang und das Sehen/Einstellen vom Licht sein, die Retusche und RAW-Entwicklung oder auch allgemeine Bereiche wie der Umgang mit Menschen. Langweilig wird es dir hier sicher nicht. Es sei denn, dir gehen die Ideen aus oder du hast aufgrund finanzieller oder zeitlicher Engpässe keine Möglichkeiten deine Pläne umzusetzen. Und das Model sollte auch immer zu deiner Idee passen, da es sonst schnell erzwungen wirkt.

 

In einem anderen Beitrag hatte ich schon 7 gute Gründe für TfP-Shootings (TfP = Time for Pictures) genannt, das ist sicherlich auch interessant für dich.

Falls du zu deinen Shootings immer top vorbereitet gehen willst, empfehle ich dir meine (noch) kostenlose 60-teilige Shooting-Checkliste.

 

Hast du weitere Fragen oder Anmerkungen zu diesem Beitrag? Dann kommentiere sehr gerne hier unten oder schreibe mir eine E-Mail.

 

Danke für dein Interesse,

 

Frank (reckordzeitstudio)

 

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2 Comments

  1. Deine Einleitung „Die Aussage war ‚Warum wird immer überall jedem vermittelt, wie man Menschen (Models) fotografiert? Dazu wurde doch schon alles gesagt.‘ “ kommt mir, etwas bekannt vor.

    Vieles, was hier gelesen habe, ist (d)eine Meinung, die man teilen kann, nicht muß, einige Passagen akzeptiere ich so oder schätze sie auch etwas anders ein. Deine Aussage z. B.: „Bei traurigeren Bildern wirkt ein bläulicherer Farblook besser, bei etwas hoffnungsvoller gestalteten Bildern unterstreichen warme Farben das Ganze. “ widerspricht etwas den großen Erfolgen von Paul Ripke, Ben Bernschneider oder dem beliebten Cinema-Effekt. Der „bläuliche“ unverkennbare Look ist ein Markenzeichen geworden und gleichzeitig eine vorübergehende Modeerscheinung, aber nicht unbedingt der Ausdruck von Traurigkeit. Man muss es jedoch auch nicht mögen. In einem anderen Forum, in dem du auch präsent bist, habe ich heute folgendes zur (Portrait)fotografie geschrieben:
    „Ich möchte mal ein fremdes Zitat sinngemäß aufgreifen, …’wenn es beim Shooting vorrangig um die Technik, das Licht und das Model geht, dann läuft etwas falsch (das ist Handwerk), es muss vorrangig um dich als Fotografen gehen, um das, was in deinem Kopf passiert, in dir muss ein Film über eine Geschichte ablaufen und das „aufgenommene Foto“ ist nur eine Momentaufnahme davon. Der Betrachter muss neugierig überlegen, was in der Geschichte vor dem Foto geschah und was hinter dem Foto passieren könnte/wird. Die Kunst ist, nicht dass zu zeigen, was jetzt jeder erwarten würde, sondern das, womit keiner gerechnet hätte.‘ “

    Bei jedem Foto, was gemacht wird, geht es in erster Linie um den Fotografen selbst, um seine Vorstellung von Fotografie und seine persönliche Erwartungen zu seiner Kunst (oder seinem Handwerk). Wenn das „Geldverdienen“, der Lebensunterhalt primär wichtig ist, dann werden seine Bilder meist „beliebig“, sie könnten von Jedem gemacht werden, nur eben günstiger oder teurer.

  2. Hallo Frank,
    perfekt, der Artikel greift alle Aspekte auf, mit denen man sich beschäftigen sollte. Punkto Kommunikation sollte jeder seinen Weg finden. Ich hatte letzten nen Workshop in dem jemand permanent redete, super, toll, ja so, klasse usw. Das war meiner Meinung nach to much. Klar sollte man Anweisungen geben und auch mal loben. Aber alles darüber hinaus, nimmt einen das Model wahrscheinlich auch nicht mehr ernst und wäre für meinen Stil nicht authentisch.

    Emotionen sind ein gutes Thema. Sympathie ist mir sehr wichtig. Den besonderen Moment zu finden ist öfters eine kleine Herausforderung, aber genau diesen suche ich bei jedem Shooting. Das permanente lernen und weiterentwickeln ist zur Fotografie etwas, was mich sehr reizt und es nie langweilig macht. Manchmal ärgere ich mich darüber, dass ich gefühlt zu langsam lerne und mich nur in Schneckentempo voran bewege. Aber mir macht die Fotografie einen ungeheuren Spaß und ich mag den Austausch unter allen Beteiligten sehr.
    Viele Grüße aus Lübeck
    André

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